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Know How aus der Region hilft in der Krise

Unternehmen und Organisationen aus dem Berchtesgadener Land rüsten gemeinsam für Corona

Im Supermarkt, in der Physiotherapiepraxis, in Bus und Bahn: Masken gehören immer mehr zum Alltagsbild. Viele nähen den Mund- und Nasenschutz mittlerweile selbst und zeigen so Zivilcourage. Für Ärzte, Pfleger oder anderes medizinisches Personal reichen diese einfache Maßnahmen aber nicht aus und professionelle Schutzausrüstung ist knapp. Immer mehr Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen aus der Region werden deshalb kreativ und aktiv.

Das Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land ist zum Beispiel Teil der bundeweiten Initiative „Makers Vs. Virus“, die es sich auf die Fahne geschrieben hat, medizinisches Personal im Kampf gegen das Virus mit Know How und Material zu unterstützen. Über 40 Heimwerker aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein basteln mit modernen Technologien, wie 3D Druckern, an Equipment für Krankenhäuser und Co. Sie „drucken“ zum Beispiel Bügel für Gesichtschutzschilde in den heimischen vier Wänden aus und stellen sie zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung. Die Schutzschilde selbst stammen aus dem hauseigenen Lasercutter des Schülerforschungszentrums. Die dafür benötigten Folien wurden zum Teil von dem Siegsdorfer Unternehmen Brückner gespendet. Als fertige Ausrüstung wurden die Schutzschilde an die Kliniken Südostbayern geliefert.

 

Vom Einzelprodukt zur Massenware durch Zusammenhalt der regionalen Unternehmen

Die Initiative Makers Vs. Virus leistet einen tollen Beitrag zur Unterstützung der regionalen medizinischen Einrichtungen. Für die Vielzahl an Material, die benötigt wird, reicht die Kapazität der ehrenamtlichen Helfer allerdings nicht aus. An dieser Stelle springen die heimischen Unternehmen ein, die von der Idee über die Konstruktion bis hin zum fertigen Produkt alles in regionaler Eigenregie leisten. Sie machen vor, wie flexible und unkonventionelle Zusammenarbeit in der Krise funktioniert.

Das Freilassinger Unternehmen Kiefel ist normalerweise Automobilzuliefer und Spezialist in Sachen Folien. In Zeiten der Corona-Krise sattelten die Mitarbeiter des Unternehmens in Rekordgeschwindigkeit um und konstruierten ein Stanzwerkzeug zur Herstellung von Schutzschilden. Mit der fertigen Konstruktion gingen sie zu HF Zerspanungstechnik in Saaldorf-Surheim, die das Werkzeug noch über Nacht produzierten. Im Eilverfahren bauten die Kiefel-Mitarbeiter das fertige Teil in die eigenen Maschinen ein. Die PET-Folien stammen vom österreichischen Zulieferer Dannemann Global Extrusion – ebenfalls eine Sonderanfertigung für die Krisenzeit. Hörl Kunststofftechnik aus Laufen lieferte das Spritzgusswerkzeug für die Halterungen der Masken im Spitzentempo. Von der Idee bis zum fertigen Produkt vergingen gerade einmal zwei Tage und die ersten 7000 Masken konnten an das Traunsteiner Krankenhaus und den Krisenstab des Landratsamtes Berchtesgadener Land gespendet werden.

Durch diese unkonventionelle und kurzfristige Zusammenarbeit bewiesen die Unternehmen, dass sich regionale Lieferketten auszahlen und auch in Zukunft immer bedeutender werden. HF Zerspanungstechnik engagiert sich bereits im Unternehmensnetzwerk „Verantwortungsvoll Wirtschaften“, in dem Regionalität – nicht nur im Lebensmittelbereich, sondern auch in der Industrie – eine bedeutende Rolle spielt.

 

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Pressemitteilung des Schülerforschungszentrums.

Kiefel: Gemeinsam stark für unsere Region!

 

Schülerforschungszentrum
Geschäftsführer des Schülerforschungszentrum Christoph Geistlinger u. Petra Moderegger beim Test der Schutzschilde
Foto: Schülerforschungszentrum

 

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